Arnika

Arnika gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen in Deutschland und wird auch heute noch häufig bei der Wundheilung eingesetzt.

Als Blume des Jahres 1985 und Arzneipflanze des Jahres 2001 wurde ihr vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt.

Allgemeines

Die Gattung Arnica besteht aus weltweit 32 Arten, die zur Familie Asteraceae (Korbblütler) gehören.
In den europäischen Gebirgsregionen sind mit Arnica montana und Arnica angustifolia sp. alpina („Arnica alpina” in Nordeuropa) nur zwei der Arnika-Arten einheimisch.
Zur artenreichen Familie der Korbblütler gehören außerdem viele heimische Heilkräuter, z. B. Wermut, Kamille, Beifuß, Huflattich, Löwenzahn, Ringelblume, Benediktenkraut, Dost, Mutterkraut, Schafgarbe, Margerite, Rainfarn, Mariendistel u. a. Die der Arnika ähnliche Gämswurz (Doronicum grandiflorum) der Kalkalpen bevorzugt kalkhaltige Böden und besitzt keine länglich/eiförmig-ganzrandigen, sondern herzförmig gezähnte Blätter.

Vorkommen und Standorte

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen, Pyrenäen bis zum Balkan sowie eine nördliche Verbreitung bis Südskandinavien und ins Baltikum. Die Blütezeit dauert in Mitteleuropa von Mai bis August. Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Man findet sie auch in lichten Wäldern. Sie ist von der Tallage bis in Höhenlagen von 2800 m anzutreffen.

Merkmale der Pflanze

Arnika ist eine 20 bis 60 Zentimeter hohe, mehrjährige Staude mit gegenständigen, behaarten Blättern.
Ferner besitzt die Pflanze ein bis drei, selten fünf, Blütenkörbchen, die entweder endständig lokalisiert sind oder aus den Blattachseln entspringen.
Die dottergelben Blüten sind groß, mit 15 bis 25 Einzelblüten.

Gefährdung/Schutz

In Deutschland gilt die Art als gefährdet und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf Stufe 3.
Da die wilde Bergarnika schwer zu kultivieren ist wurde die Sorte „Arbo“ für den Feldanbau gezüchtet.
So können zukünftig die Wildvorkommen geschont werden.
Arnica montana „Arbo“ ist reichblühend von Mai bis August mit großen, goldgelben Blüten.
Die Kultur auf geeigneten sauren Böden in sonniger Lage garantiert ein gesundes Wachstum mit hohen Erträgen.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Als Heilmittel verwendet werden hauptsächlich die Blütenköpfe (Arnicae flos) beziehungsweise die daraus gewonnene Tinktur.
Selten findet auch die Wurzel oder die ganze Pflanze Anwendung.

Geruch und Geschmack

Arnika riecht schwach aromatisch.
Der Geschmack von Arnika lässt sich mit leicht bitter und scharf beschreiben.

Arnika selbst anwenden

Aus den Blüten wird eine Tinktur gemacht, die als Umschlag bei Zerrungen, Prellungen, Blutergüssen, Schwellungen und Quetschungen den Heilungsprozeß wirkungsvoll unterstützt. Auch bei schlecht heilenden Wunden wirksam; ebenso bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum, Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen sowie bei oberflächlichen Venenentzündungen.
Arnikablüten-Zubereitungen werden äußerlich eingesetzt.

Herstellung einer Arnikatinktur

Um eine Arnikatinktur selber machen zu können, übergiesst man 10g Arnika-Blüten in einem Gefäß mit 100ml mindestens 40%-igem Alkohol. Schließlich lässt man diese Mischung etwa 10 Tage ruhen, dabei sollte man täglich schütteln. So werden die Inhaltsstoffe freigesetzt

Praktische Anwendung

Sie brauchen:

  • 100 ml Arnikatinktur
  • ½ Liter Wasser
  • Umschlag

Vermischen Sie Wasser und Tinktur und tränken Sie damit den Umschlag. Legen Sie ihn auf die Wunde auf. Bei stumpfen Verletzungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen können Sie die entsprechenden Körperpartien auch mit der verdünnten Tinktur einreiben.

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